Gemeinschaft Thermisches Spritzen e.V.


Die GTS und ihre Mitglieder im Spiegel der Presse

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mo metalloberfläche - 3/98 52. Jahrgang, Seite 208


Thermisches Spritzen

Der geheime Joker in der Oberflächentechnik

Jedem Laien sind Begriffe wie Verchromen oder Schweißen geläufig, doch vom Thermischen Spritzen haben selbst Techniker oft noch nichts gehört.

Jahren wird es erfolgreich zum Schutz von Oberflächen vor Verschleiß-Reiboxydation, Erosion, Kavitation, Korrosion und Verzunderung sowie bei Wärmeschranken angewendet - sowohl in der Reparatur als auch in der Neufertigung. Bei einer maximalen Grundwerkstoffbelastung von 100 °C bis 150 °C wird eine sehr gute Oberflächenregeneration erzielt, die auch ideale Voraussetzungen für einen unbegrenzten Schichtenaufbau bietet.

Aufgrund der Vielzahl möglicher Spritzmaterialien, die sich zu verschiedensten Schichtzusammensetzungen kombinieren lassen, sind die Anwendungsgebiete beinahe unbegrenzt: Das Verfahren eignet sich zur Behandlung nahezu jeden Grundwerkstoffs, von Metall über Kunststoff und Keramik bis zu Holz und Pappe. Dieses interessante Verfahren in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, hat sich die Gemeinschaft Thermisches Spritzen (GTS) zum Ziel gesetzt. Rund 80 Anwender und Förderer der Technologie haben sich hier zusammengeschlossen. Aus der ganzen Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten thermischer Beschichtungen greift dieser Bericht einen Teilbereich heraus.

Ein Spezialist

Das Unternehmen RHV-Technik Rybak + Höschele in Waiblingen hat sich auf das Thermische Spritzen in all seinen Variationen spezialisiert. Firmen aus ganz Europa und aus allen Branchen von der Haushaltswarenindustrie bis zur Luft- und Raumfahrttechnik - zählen zu den Kunden. Zahlreiche Auftraggeber kommen aus der Automobil- und Elektronikindustrie sowie dem Maschinenbau.

Auf die Idee, sich auf das Thermische Spritzen zu spezialisieren, kam Horst-Heinz Höschele vor rund einem Vierteljahrhundert in Rußland, wo er erstmals die erfolgreiche Anwendung der Plasmaspritztechnik an einem Maschinenbauteil beobachten konnte.

Vielseitigkeit und modernste Technik

Anfangs verfügte RHV-Technik nur über eine Drahtspritzanlage, heute bietet sie eine breite Verfahrenspalette an: Autogenes und Lichtbogen-Drahtspritzen, ThermoSpray-Pulverspritzen, Autogenes Stabspritzen, Plasmaspritzen und das moderne Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen, bei dem Gasgeschwindigkeiten von circa 2100m/s gemessen wurden. Dies führt im Falle von Hartmetallen zu Partikelgeschwindigkeiten von bis zu 800 m/s. Über 100 verschiedene Spritzmaterialien stehen zur Wahl, die sich modifizieren lassen bezüglich des Gleit-Notlaufverhaltens sowie der Oberflächenhärte/Duktilität, der Reibungszahl, Oberflächenstruktur, Wärme/Stromleitwerte, Benetzbarkeit und Absorption.

Thermisches Spritzen eignet sich nicht nur zur Beschichtung von Neuteilen, sondern auch zur Reparatur beschädigter Verschleißteile wie Antriebswellen von Mohnopumpen im Packungs- und Simmeringsbereich, die nach der Auffütterung mit einer diamantharten Chromoxydschicht versehen und geschliffen werden. So wird der ursprüngliche Zustand einer eingelaufenen Pumpe oder verschlissenen Wellenschonhülse wirtschaftlich wiederhergestellt. Die Standzeit erhöht sich bedeutend. Die Auftragslegierungen zeigen sich bei schwersten Betriebsbedingungen äußerst widerstandsfähig gegen Verschleiß, Reiboxydation, Erosion, Kavitation, Korrosion, Verzunderung und Adhäsion.

Zwei zukunftsweisende Schritte unternahm RHV-Technik 1996 mit den Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9002 und nach GTS QM RL. Bei letzterer handelt es sich um eine zusätzliche Personen- und Produktmittelzertifizierung, die von der GTS Gemeinschaft Thermisches Spritzen ausgeht. RHV-Technik ist Gründungsmitglied dieser seit 1992 bestehenden Vereinigung. Die GTS ist aus dem Vorhaben heraus entstanden, einen für alle nachvollziehbaren Qualitätsstandard für das Thermische Spritzen zu schaffen, der periodisch von unabhängigen Institutionen überwacht wird. Neben dem ständigen Fortschritt gibt es bei RHV-Technik auch einige Konstanten: In erster Linie hohe Qualität und zufriedene Mitarbeiter.

Gute Aussichten

Die Zukunft sehen Anwender des Thermischen Spritzens positiv. Der Einsatz innovativer Oberflächen- und Schichttechnologien wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Höchste Qualitätsansprüche bestimmen zunehmend die Marktattraktivität aller Produkte. Neue Verfahren, Verfahrensvarianten und -kombinationen entwickeln sich ständig und in rasantem Tempo. Bleibt die Aufgabe, über das Thermische Spritzen auf breiter Basis zu informieren und seine Vorteile den Unternehmen aus verschiedensten Branchen näherzubringen.

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Antriebswelle einer Mohnopumpe im Packungs- und Simmeringsbereich: links vor der Reparatur rechts mit 1.4571 aufgefüttert, mit Chromoxyd diamanthart beschichtet und geschliffen


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Zuletzt aktualisiert: 28.07.17
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